Folding@Home

Folding@Home

Es ist eigentlich wirklich traurig, dass ich erst durch die Corona Pandemie auf dieses Projekt aufmerksam geworden bin.

Ich halte das Konzept für genial und möchte es daher kurz vorstellen. Das Erforschen von Krankheiten erfolg in der heutigen Zeit vermehrt über Simulationen. Diese Simulationen setzen enorme Rechenleistungen voraus. Dies wird in Forschungsinstituten meist über Großrechner und sogenannte Supercomputer gelöst.

Doch wenn man mal schaut, welche Rechenleistung jeder von uns mittlerweile in seine Rechner zuhause hat, ist das nicht zu verachten.
Diese Leistung wird in den seltensten Fällen wirklich benötigt. Für viele ist das viel mehr ein Statussymbol.

Doch warum sollte man diese Leistung nicht sinnvoll einsetzen?

Genau hier setzt das Projekt folding@home an.

Installiert man den Client, bekommt dieser automatisch Teile von sehr komplexen, wissenschaftlichen Simulationen geschickt, die dann vom heimischen Rechner berechnet werden. Die Zuweisung der WUs (working units) richtet sich nach der Hardwareleistung deines Rechners. Anschließend schickt der Client die berechneten Segmente wieder zurück. Diese Segmente werden dann von den Forschern wieder zur kompletten Simulation zusammen gesetzt und für die Forschung genutzt.

Auf diese Art kann jeder seine Rechenleistung nach quasi spenden und trägt mit zur Forschung bei.

Man behält hierbei jederzeit die Kontrolle. Man kann im Client zwischen 3 verschiedenen Belastungsstufen wählen, jederzeit pausieren und beenden.

Hier mal ein Beispiel der Leistungsstufen bei meinem System – Ryzen 7 3700x (16 Threads) & RTX 2070s.

Die kleinste Stufe nutzt allein die CPU bei mir mit 7 Threads.
Die mittlere Stufe nutzt bei mir 12 Threads der CPU + Grafikkarte voll.
Die höchste Stufe nutzt bei mir alle Threads der CPU + Grafikkarte voll.

Ebenso lässt sich einstellen, dass die Berechnung nur ausgeführt wird, wenn der PC im Leerlauf ist. Das würde ich jedoch nicht empfehlen, da es sich wirklich auf einen kompletten Leerlauf beschränkt. Man darf also wirklich nichts am PC tun.
Ich pausiere dann lieber die Berechnung manuell, wenn ich die komplette Rechenleistung meines PCs benötige. Beim Spielen konnte ich aber ohne Probleme die kleinste Stufe der Berechnung laufen lassen.

Dennoch nicht erschrecken, denn die Leistung der CPU wird im bereich der eingestellten Parameter auch wirklich zu 100% genutzt. Meine CPU steigt dabei mit AIO Wasserkühlung auf ca 70°C Temperatur an, was allerdings bei einer CPU noch weit vom kritischen Punkt entfernt ist.

Trotzdem drehen die Lüfter hoch und der PC wird um einiges lauter, als im normalen Leerlauf. Damit kann ich aber leben, schließlich tut man ja was sinnvolles damit.

Kleines Funfeature bei der Sache, man bekommt Punkte für jeden erledigten Berechnungsblock und kann sich zu Teams zusammen schließen. In einem Ranking kann man dann sehen, auf welcher Position man selbst, wie auch das Team ist.

Wer nun Interesse an diesem Projekt bekommen hat, kann seine Berechnungen gerne im p4web.de Team machen. Ich bin dabei! Seid ihr es auch?

TeamID ist: 238183

Weitere Informationen auf https://foldingathome.org

/UPDATE
Momentan scheint der Andrang auf das Projekt derart groß, dass die Forscher mit dem Nachreichen der WU (working units) nicht nach kommen.
Es kann also durchaus etwas dauern, bis der eigene PC Futter zum berechnen bekommt.

Die Leiter des Projekts sagen aber, dass das nicht heißt, das keine Rechenleistung mehr benötigt wird. Das System ist schlichtweg mit der Masse an helfenden Händen bzw. PCs, etwas überfordert.

 

/UPDATE 23.03.2020
Die Probleme scheinen mittlerweile weitestgehend behoben.
Nur die Stats API hängt ab und an noch.

Laut offizieller Angabe ist der Zuspruch für das Projekt enorm. Wenn man die zur Verfügung gestellte Rechenleistung des Clusters hoch rechnet wurden mit 149 PetaFLOPS inzwischen die Top 7 der weltweiten Supercomputer geschlagen – und zwar die Top 7 in Summe!
Die Zur Verfügung gestellte Rechenleistung ist also wirklich enorm.

Vielen Dank an alle, die hier mitwirken.

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3 Replies to “Folding@Home”

  1. Ich hab dich mal auf meinen beiden mühlen eingetragen als gruppe, wenn jetzt noch genug aufträge kommen 🙂 ich lass ja schon einige tage falten

  2. Klingt sinnvoll und ist vermutlich auch eine gute Sache. Doch wie sieht es mit der Datensicherheit aus? Schließlich greift ein Dritter direkt auf das eigene System zu. Wie kann ausgeschlossen werden, daß dabei der Rechner ausgelesen wird, schädlich Daten eingeschleust werden oder sonstige unerwünschte Nebenwirkungen auftreten?

    1. Naja es greift genau so auf deinen PC zu, wie jedes andere Programm auch, um die Leistung deiner Hardware auszulesen.

      Ansonsten gibt es ja nur Rechenoperationen an deine CPU bzw. GPU.

      Alle Übertragungen sind durch Zertifikate verschlüsselt. Dieses Projekt wird durch eine Menge namhafter Marken unterstützt.
      Ganz vorne AMD und NVIDIA. Ich denke daher nicht, dass es daher an Sicherheit Mangelt, wenn diese Marken selbst dafür werben 😉

      Weiteres hierzu: https://foldingathome.org/faqs/miscellaneous/what-about-security-issues/

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